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Internationales Frauen-Hallenfußball-Turnier
um den Pokal der Sparkasse Bielefeld
15. und 16. Januar 2011

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Kristianstads DFF

Kristianstad

Ein turbulentes Jahr liegt hinter den Südschwedinnen aus Kristianstad. Es begann mit einem positiven Paukenschlag, als der Turnierneuling in Jöllenbeck im Januar 2010 für viele überraschend in das Finale einzog. Und der Trend setzte sich auch in der Liga fort. Nach den ersten Partien der Saison reihte sich Kristianstads DFF in die Phalanx der schwedischen Topteams ein, stand sogar zwischenzeitlich auf dem dritten Platz. „In der ersten Saisonphase haben wir viele Leute positiv überrascht“, so Trainerin Elísabet Gunnarsdóttir, „leider sind wir dann in der zweiten Saisonhälfte aus verschiedenen Gründen aus dem Gleichgewicht geraten.“

Denn plötzlich folgte der große Absturz. Da rächte sich auch, dass der Kader so klein war. Als Torhüterin Sandra Wahldén verletzt ausfiel, musste sogar Islands Nationalspielerin Erla Arnadóttir - eigentlich Feldspielerin - für ein ganzes Meisterschaftsspiel im Tor aushelfen. Den Rest der Verletzungspause über verpflichtete KDFF die US-Amerikanerin Anna Maria Picarelli, aufgrund ihrer Wurzeln italienische Nationaltorhüterin. Allerdings nur für vier Spiele, denn es folgten finanzielle Schwierigkeiten, wie schon im Jahr zuvor. Die Akteurinnen drohten mit Boykott. Und dann verkaufte der Verein auch noch seine frischgebackene A-Nationalspielerin Antonia Göransson an den Hamburger SV. In der Tabelle rutschte Kristianstad immer weiter nach unten. Vom zehnten Spieltag an gelang dem Team von Trainerin Elísabet Gunnarsdóttir kein einziger Sieg mehr, immerhin noch ein bemerkenswertes Unentschieden gegen den späteren Vizemeister Göteborg. Am Ende blieb Platz neun, gerade mal drei Punkte vor dem ersten Absteiger. Dazu kam noch immer die Ungewissheit, ob es aufgrund der finanziellen Probleme überhaupt eine weitere Saison in der höchsten schwedischen Liga geben würde.

Vor acht Wochen kam dann die Entwarnung: Kristianstads DFF erhielt die Lizenz für die Allsvenska 2011. Eine Art Neubeginn mit altvertrauten Kräften - und bereits mit einem spektakulären Neuzugang, der auch im kommenden Sommer bei der Weltmeisterschaft in Deutschland zu sehen sein wird: Schwedens Nationaltorhüterin Hedvig Lindahl. „Wir hoffen, noch weitere erfahrene Spielerinnen zu bekommen, um da anzuknüpfen, wo wir zu Beginn der Saison schon waren und uns in der ersten Tabellenhälfte zu platzieren“, so Elísabet Gunnarsdóttir. Eine Positiv-Statistik hat Kristianstad übrigens in der abgelaufenen Saison gewonnen: Margrét Lára Viðarsdóttir verwandelte vier Elfmeter, mehr als jede andere Spielerin. Zweite wurde die ebenfalls in diesem Jahr in Jöllenbeck antretende Göteborgerin Lisa Dahlkvist mit drei verwandelten Strafstößen. In der Torjägerliste der Allsvenska 2010 landeten trotz des Absturzes in der Tabelle immerhin zwei KDFF-Akteurinnen unter den Top Ten: Susanne Moberg kam auf Rang fünf (mit elf Treffern) und Margrét Lára Viðarsdóttir wurde Achte (zehn Tore).

Kristianstad, das sich übrigens wie Kri-Schannsta spricht (Betonung unterstrichen), hat etwa 33.000 Einwohner und liegt in der Provinz Skåne in Südschweden, ungefähr dort, wo das dänisch anmutende Acker-Schweden ins Astrid Lindgren geprägte Wald- und Seen-Schweden übergeht.

Die Stars:
Ein neuer Star taucht 2011 im Kader auf: Schwedens Nationaltorhüterin Hedvig Lindahl ist vom Vizemeister Kopparbergs/Göteborg FC nach Kristianstad gewechselt. Vom Namen her zählen eindeutig die vier isländischen Nationalspielerinnen zu den Stars. Sie waren gemeinsam im Sommer 2009 bei der Europameisterschaft in Finnland im Einsatz. Allen voran natürlich Torjägerin Margrét Lára Viðarsdóttir, die erst im Sommer vom späteren Meister Linköpings FC nach Kristianstad wechselte und noch nicht wie gewohnt für Furore, sprich: Tore, sorgen konnte. 2008 wurde sie übrigens beim Weltklasse-Turnier in Jöllenbeck zur besten Spielerin gewählt. Nur wenige Plätze dahinter rangierte damals ihre Teamgefährtin Guðný Björk Oðinsdóttir, die mit ihrer Quirligkeit die Zuschauer in Jöllenbeck begeisterte. Isländerin Nummer drei ist Erla Arnardóttir, auch sie war bei der Europameisterschaft im Gruppenspiel gegen Deutschland mit dabei. Wer die U-20-Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer verfolgt hat, der hat auch die starken Auftritte von Kristianstads Innenverteidigerin Mia Carlsson gesehen, die zur schwedischen Stammformation gehörte.

Turnierbilanz in Jöllenbeck:
Für viele waren sie das Überraschungsteam des vergangenen Jahres, schafften es die Schwedinnen doch bei ihrem Turnierdebüt bis ins Finale, mit einem Halbfinalerfolg über niemand geringeren als den damaligen amtierenden Champions League-Sieger FCR 2001 Duisburg. Doch drei Namen aus dem KDFF-Team hatten in Jöllenbeck bereits vorher einen richtig guten Klang, waren sie doch im Januar 2008 bereits mit dem isländischen Meister Valur IL durchaus erfolgreich gewesen, nicht zuletzt dank Trainerin Elísabet Gunnarsdóttir. Schon direkt nach dem Jöllenbecker Finale 2010 war den Verantwortlichen klar: „Wir wollen wieder hierher zurückkommen. Das Turnier ist einfach klasse!“ Ziel der Reise ist es auch, die Mannschaft zusammenzuschweißen und sie auf höchstem Niveau Erfahrung sammeln zu lassen - spielt man doch in Jöllenbeck traditionell gegen die Besten ihrer Zunft, Welt- und Europameisterinnen im Frauen- und Juniorinnenbereich. 

2010: 2.